Als Biolandwirte wollen wir gesunde Lebensmittel produzieren und dabei unsere Böden so nachhaltig wie möglich bewirtschaften. Bei den klassischen Anbautechniken in der regenerativen Landwirtschaft haben wir jedoch oft unbefriedigende Erträge erzielt. Zudem fordert uns der Klimawandel zunehmend heraus und unsere Böden müssen künftig besser mit extremer Trockenheit und starken Niederschlägen umgehen können. Aus diesen Gründen haben wir ein Konzept mit drei Hauptsäulen entwickelt:
Seit fünf Jahren ist auf unserem Betrieb eine Pyrolyseheizung, ein Prototyp "PyroFarm" der Firma Pyronet, im Einsatz. Sie produziert Pflanzenkohle welche wir konsequent auf dem Betrieb einsetzen. Damit verbessern wir unsere Böden und beheizen gleichzeitig unsere vier betriebseigenen Wohnungen - klimapositiv. Da der Prototyp noch manuellen Bedienungsaufwand benötigt, ersetzen wir ihn Anfang 2026 durch das Folgemodell "PyroHeat 50H" von Pyronet, welches neu vollautomatisch und breit modulierend mit 50kW Heizleistung betrieben werden kann.
Seit zwei Jahren setzen wir mit der Dammkulturmaschine von Rohrbachtechnik auf
regenerative Landwirtschaft und begrünen unsere Äcker konsequent mit Gründüngungen und Untersaaten.
Die Dammkulturmaschine ist eine Spezialmaschine, die extrem vielseitig einsetzbar und wandelbar ist. Sie wird auf die individuellen Bedürfnisse des Bauern angepasst und kann zum Dämme formen, zum säen aber auch zum hacken jeweils umgebaut werden. Mehr dazu lesen sie auf der Homepage von Rohrbachtechnik.
Durch die Aufbereitung der Gülle, sowie der anaeroben Verrottung des Mists (Bokashi) durch den Einsatz von EM, Pflanzenkohle und Gesteinsmehl, tragen wir zur Verbesserung der Krümelstruktur und der Erhöhung des Humusgehalts nachhaltig bei.
Ausserdem haben wir festgestellt, dass Mist und Gülle keine üblen Gerüche mehr freisetzen. Somit haben wir ein deutlich besseres Stallklima, was der Tiergesundheit dient und Bauer und Besucher freut.
- Möglichst leichte Traktoren im Einsatz
- Bodenbearbeitung nur bei abgetrockneten Böden
- Bei der Bodenbearbeitung nicht zu schnell fahren und wenn möglich auf Zapfwellengetriebene Maschinen verzichten
Mittlerweile ist dies meine Herzensangelegenheit geworden und ich gebe dieses Wissen gerne an Berufskolleg*innen und Interessierte weiter - sei es bei Hofrundgängen, an Flurbegehungen oder in anderen Fachgesprächen. So möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Biolandwirt*innen diese Anbautechniken übernehmen und unsere wichtigste Nahrungsgrundlage – den Boden – fit für den Klimawandel machen.